
Nach mehr als einem Jahr Laufzeit ist das Projekt AllPrevent im Jahr 2026 einen entscheidenden Meilenstein in seinem Ziel, schwerwiegende Komplikationen bei Patienten mit chronischen Erkrankungen, insbesondere im Bereich der Nephrologie, frühzeitig zu erkennen. Unsere Initiative, in direkter Zusammenarbeit mit dem Universitätskrankenhaus Príncipe de Asturias, trägt bereits zur Verbesserung der klinischen Nachsorge von mehr als 400 Patienten bei.
Anlässlich dieser neuen Projektphase hat das Fachmedium Redacción Médica zwei der wichtigsten klinischen Verantwortlichen interviewt: Diego Rodríguez Puyol, Leiter der Nephrologie und Hauptforscher, und María Ángeles Gómez González, Leiterin des Pflegedienstes. Ihre Aussagen vermitteln ein Verständnis dafür, wie AllPrevent die tägliche Versorgung chronisch kranker Patienten innerhalb des Krankenhauses verändert.
Zwei Säulen: Wearables und Plattform für das Management chronisch kranker Patienten
AllPrevent basiert auf zwei Schlüsselelementen, die von Intelligent Data S.L. bereitgestellt werden: Wearables und die Technologieplattform AllPrevent. Die Smartwatches ermöglichen die kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter, deren Daten mit den klinischen Parametern aus den Dialysegeräten kombiniert werden. All dies wird in eine Plattform für das Management chronisch kranker Patienten integriert, die speziell für die klinische Analyse und Langzeitüberwachung entwickelt wurde.
„Die Wearables messen die Vitalwerte der Patienten. Dazu kommen alle Parameter der Dialysemaschine sowie eine Plattform zur Verwaltung chronisch kranker Patienten, die wir in unserer Forschungsgruppe entwickelt haben“, erklärt Gómez González im Interview.
Dem Patienten zuhören: wahrgenommene Gesundheit und aktive Beteiligung
Das System berücksichtigt außerdem einen besonders wichtigen Aspekt: die subjektive Wahrnehmung des Patienten selbst. Über eine visuelle, auf Symbolen basierende Benutzeroberfläche kann der Nutzer auf einfache Weise Symptome wie Schwindel, Krämpfe oder andere häufige Beschwerden mitteilen.
Dieses System baut Kommunikationsbarrieren ab und fördert eine stärkere Einbindung des Patienten in seine eigene Pflege. „Anhand dieser Informationen können die Pflegekräfte auf sehr subtile Weise herausfinden, was mit dem Patienten los ist, und besonders aufmerksam sein“, betont Gómez González. Das Ergebnis ist eine engere, kontinuierliche und menschlichere Beziehung zwischen Patient und Pflegeteam.

Künstliche Intelligenz zur Vorhersage schwerwiegender Ereignisse
Alle gesammelten Informationen werden mithilfe künstlicher Intelligenz analysiert, wodurch frühzeitige Warnmeldungen auf der Grundlage von Vorhersagemustern generiert werden können. Laut Rodríguez Puyol besteht das Ziel darin, subtile Veränderungen mehrere Tage im Voraus zu erkennen:
„Wir versuchen, etwa drei Tage im Voraus alle Veränderungen beim Patienten vorherzusagen, um schwerwiegende Ereignisse zu verhindern, von einer möglichen Einweisung ins Krankenhaus bis hin zum Tod in Extremfällen.“
Dieser Ansatz bedeutet einen Paradigmenwechsel in der Behandlung komplexer chronischer Patienten, weg von einer reaktiven Versorgung hin zu einem präventiven und proaktiven Modell.
Über die Krankheit hinaus: eine ganzheitliche Sichtweise der Pflege
Einer der herausragendsten Aspekte des Projekts ist sein ganzheitlicher Charakter. AllPrevent beschränkt sich nicht auf die technische Steuerung der Dialyse, sondern bezieht den menschlichen Faktor als wesentlichen Bestandteil der Behandlung mit ein.
„Wir sprechen hier von einer sehr schweren und sehr langwierigen Krankheit, die alle Bereiche betrifft: das soziale Leben, die Familie und das Privatleben. Die Patienten müssen ihre Ernährung, ihre Gewohnheiten und ihre Art zu reisen ändern“, erklärt Gómez González.
In diesem Zusammenhang ist einer der wichtigsten Fortschritte des Projekts das Gefühl der Sicherheit und Begleitung, das die Patienten empfinden, da sie wissen, dass ihr Gesundheitszustand kontinuierlich überwacht wird.
Vorläufige Ergebnisse und Zukunftsprognose
Obwohl sich die Studie noch in der Phase der Datenerhebung befindet und die vorläufigen Ergebnisse erst im Mai erwartet werden, gibt es bereits Anzeichen für einen Zusammenhang zwischen der subjektiven Wahrnehmung des Patienten und dem späteren Auftreten klinischer Ereignisse.
„Damit diese Massenmethoden aussagekräftig sind, brauchen wir eine große Population und ausreichend klinische Ereignisse. Das verschafft uns statistische Aussagekraft“, erklärt Rodríguez Puyol.
Wenn die Ergebnisse die Erwartungen bestätigen, könnte AllPrevent die tägliche klinische Praxis verändern. Der Forscher selbst veranschaulicht dies anhand eines anschaulichen Beispiels: Wenn das System ein Risikomuster erkennt, erhält der Arzt eine Warnmeldung und kann sich mit dem Patienten in Verbindung setzen, um die Situation zu beurteilen und sofort vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.
Während des Interviews, Redacción Médica die Möglichkeit, das Projekt auf andere Krankenhäuser und sogar auf das nationale Gesundheitssystem (SNS) auszuweiten. Ein ehrgeiziges Ziel, das, wenn es sich als wirksam erweist, die Lebensqualität chronisch kranker Patienten erheblich verbessern und die Ressourcen im Gesundheitswesen optimieren könnte.
„Die Behandlung dieser Erkrankungen verschlingt etwa 5 % der Gesundheitsausgaben“, erinnert Rodríguez Puyol. Eine Verringerung der Krankenhausaufenthalte und Komplikationen hätte nicht nur klinische, sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen.
Von Intelligent Data, AllPrevent ein klares Beispiel dafür, wie Gesundheitstechnologie, die mit klinischer Genauigkeit und menschlicher Vision angewendet wird, dazu beitragen kann, ein präventiveres, effizienteres und menschenzentriertes Versorgungsmodell aufzubauen.